Golfen ohne zu denken

Golf Mental Coach Michael Rother

Michael Rother

Bekanntlich findet Golf ja zu 95 % zwischen den Ohren statt. Heißt für den ambitionierten Golfer: Auch der Kopf will trainiert sein. Dafür starten wir ab heute eine Serie mit Michael Rother und seinen Tipps, wie man den „Ohrenzwischenbereich“ besser in den Griff bekommt. Michael Rother arbeitet als Sport-Mental Coach (Schwerpunkt Golf), als NLP Master und Wingwave Coach mit Profis und Amateuren. Mehr Infos über seine Arbeit finden Sie unter: www.michael-rother.com

Ohne Denken zum Erfolg

„Ich habe einfach aufgehört nachzudenken.“ (Martin Kaymer)

Nach einer langen Durststrecke ist Martin Kaymer wieder zurück in der Golf-Weltspitze. Platz 5 in der Fed Ex Cup Wertung und in der Weltrangliste wieder auf Platz 11, Tendenz steigend. Sein Caddy Craig Connelly sagt, dass Martin Kaymer ein „more complete player“ geworden ist. Kaymer selbst sagt: Vor 4 Jahren wusste ich einfach nicht was passierte. Ich hatte nicht erwartet mit 25 Jahren ein Turnier zu gewinnen, meine Leistung damals hat mich überrascht, viele Dinge haben mich überrascht.(http://www.theguardian.com/sport/2014/jun/16/martin-kaymer-better-major-champion-following-us-open-win-golf)

In den Interviews nach der gewonnen Players Championship und dem Major Sieg bei der US Open hat Martin Kaymer immer wieder davon gesprochen, dass er mehr und mehr versucht das Denken auszuschalten und in Vorbereitung vor wichtigen Turnieren nicht mehr an seinem Schwung zu feilen.

Das Denken auszuschalten und einfach nur Golf zu spielen ist kein einfaches Unterfangen. Trotzdem gibt es einige Strategien die uns dabei unterstützen können. Eine davon möchte ich heute vorstellen.

Der schnellste Weg um sich in einer Stresssituation auf dem Platz wieder auf die Spur zu bringen ist über den Körper. Was wir mit unserem Körper machen, hat Auswirkungen auf unseren Geist. Den Körper als Regulationsinstrument zu nutzen um seine Emotionen unter Kontrolle zu halten, das geht z.B mit dem richtigen Atmen auf der Runde.

Was passiert bei der Atmung?

Wir kennen es noch vom Biologieunterricht, wir atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. So wird der Blutkreislauf gesteuert, das Blut transportiert Sauerstoff und Kohlendioxid zu den Zellen.Die richtige Atmung entspannt die Muskeln. Entspannte Muskeln bedeuten einen entspannten Golfschwung. Zu wenig Sauerstoffzufuhr, also z.B. wenn wir flach atmen verursacht Müdigkeit und Unkonzentriertheit.

Richtiges, tiefes Atmen senkt den Blutdruck, und die Herzfrequenz und beeinflusst positiv die Motorik des Golfschwungs. Bestimmte Stresshormone werden reduziert, das Herz sendet positive Signale an das Gehirn und den gesamten Organismus und verbessert unseren Gemütszustand und unsere Leistungsfähigkeit auf dem Golfplatz. Nicht umsonst spielt die Atmung eine zentrale Rolle in fast allen modernen Entspannungstechniken und den Praktiken wie Yoga, Karate, oder Kung-Fu.

Das Tolle ist, das wir über die Art der Atmung unsere Körperfunktionen bewusst steuern können. Und das ist das was mich beim mentalen Training immer so begeistert und worum es letzten Endes in der Sportpsychologie ja auch geht. Das wir unseren inneren Zustand selbst regeln können.

Wie wenden wir das auf dem Platz an?

So geht´s: Bei der Bauchatmung, auch Zwerchfellatmung genannt, atmen wir bei geschlossenen Mund durch die Nase ein und durch die geöffneten Lippen aus. Wir spüren einfach in unseren Körper hinein und nehmen dabei unsere Atmung wahr. Ohne einen bestimmen Rhythmus, einfach so, schnell oder so langsam wie unsere Atmung gerade ist.

Das geht ganz hervorragend auf dem Platz wenn wir zu unserem nächsten Schlag gehen oder darauf warten, dass der Flightpartner abschlägt. Ohne Druck und Müssen. Immer mal wieder auf der Runde für 30 Sekunden oder 1 Minute bewusstes Atmen in den Bauch hilft uns zu entspannen und loszulassen. Oder man macht sich auf der Scorekarte hinter jedem 3 Loch ein Häkchen zur Errinnerung.

Der großer Vorteil des tiefen Atmens auf dem Platz: Es ist unmöglich gleichzeitig ruhig zu atmen und aufgeregt zu sein, der Golfschwung kann ganz automatisch stattfinden ohne negativen Gedanken und Emotionen. Einen bewussten Ein und Ausatmer können wir auch hervorragend in unsere Pre-Shot Routine einbauen. Das bewirkt wahre Wunder.

Viel Spaß mit dem Ausprobieren im Training und auf der Runde und gute Scores wünscht Michael Rother.

Beim nächsten Mal: Unglaublich aber wahr. Warum man mit Lächeln auf der Runde Schläge einsparen kann.

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