Veräppeln Sie Ihr Gehirn

Golf Mental Coach Michael Rother

Michael Rother

Bekanntlich findet Golf ja zu 95 % zwischen den Ohren statt. Heißt für den ambitionierten Golfer: Auch der Kopf will trainiert sein. Hier der 3. Teil unserer Serie mit Michael Rother und seinen Tipps, wie man den “Ohrenzwischenbereich” besser in den Griff bekommt. Michael Rother arbeitet als Sport-Mental Coach (Schwerpunkt Golf), als NLP Master und Wingwave Coach mit Profis und Amateuren. Mehr Infos über seine Arbeit finden Sie unter: www.michael-rother.com

Die Spirale des Genervtseins

Bei den Golfturnieren der Profis kann man es immer wieder beobachten. Die normale Körperhaltung nach einem schlechten Schlag zeichnet sich aus durch: Augen auf dem Boden, Kopf hängt, Schultern nach vorne. Jede bestimmte Körperhaltung und jeder bestimmte Gesichtsausdruck erzeugen eine bestimmte emotionale Reaktion in uns. Sehr oft kommen wir nach einem schlechten Schlag in eine emotionale Negativspirale. Wir sind genervt wegen eines schlechten Schlages. Also nehmen wir eine genervte Körperhaltung ein. Dabei senden wir Signale an den Körper, der die entsprechenden Hormone und Neurotransmitter ausschüttet, die das „Genervtsein“ unterstützen. Ein Kreislauf beginnt. Wir fühlen uns noch schlechter und nehmen eine noch schlechtere Körperhaltung ein.

Selbstbewusstsein zeigen

Zum Vergleich stellen Sie sich mal einen Stierkämpfer vor. Er bringt sich in eine selbstbewusste Körperhaltung und signalisiert seinem eigenen Körper wie dem Stier: Ich bin selbstbewusst!
Oder Christiano Ronaldo vor einem Freistoß. Der Fußballspieler von Real Madrid plustert sich förmlich auf vor der gegnerischen Mannschaft, all das mit einem festen Ritual abgezählter Schritte.

Unser Gehirn kann getäuscht werden

Unsere Körperhaltung beeinflusst und verstärkt also unsere Stimmung.
Ein so-tun-als-ob ich selbstbewusst bin funktioniert. Nehmen wir eine selbstbewusste Körperhaltung ein, gaukeln wir unserm Gehirn vor: Wir sind selbstbewusst. Würden wir uns an ein Biofeedback Gerät anschließen, das die Gehirnwellen und den Herzschlag misst, würde das Gerät das gleiche aufzeichnen, ob das Selbstbewusstsein nur vorgetäuscht oder tatsächlich echt ist. Diese Technik ist trainierbar, sodass wir sie später sekundenschnell abrufen können. (Amy Cuddy – Your body language shapes who you are)

In nur 2 Minuten den Körper täuschen

Neuste Forschungen in der Verhaltenspsychologie untersuchen, was genau die Veränderung von Körpersprache bewirkt.
Dazu hat man bspw. Probanden an einer Universität in den USA getestet. Am Anfang des Tests hat man den Studenten eine Speichelprobe entnommen und ihre Hormonwerte Testosteron und Cortisol gemessen. Testosteron ist ein Hormon das gleichbedeutend ist mit Dominanz, Macht, Selbstbewusstsein. Cortisol ein Stress Hormon und gleichbedeutend mit der Unfähigkeit mit sehr stressvollen Situationen klarzukommen (In unserem Golfkontext wäre das, wenn man noch Loch 17 und 18 zu spielen hat und genau weiß, dass zwei Pars die Handicap Verbesserung bringen oder den Turniersieg sicherstellen).

Dann hat man die Probanden verschiedene Körperhaltungen einnehmen lassen, selbstbewusste und nicht selbstbewusste Körperhaltungen und wieder Speichelproben entnommen und festgestellt, dass die Hormonwerte Testosteron und Cortisol dramatisch gestiegen sind. Und das nach nur 2! Minuten. Diese Personen haben nicht nur bessere Hormonwerte gehabt, sie haben sich auch deutlich selbstbewusster (oder schlechter) gefühlt.
Die Wissenschaftler nennen das: Fake it till you make it. Also So-tun-als-ob bis wir es sind. Es funktioniert wirklich.

Halten Sie sich gerade!

Also, bei dem nächsten Schlag in den Wald einfach mal in den Körper reinspüren: Kopf hoch, Schultern zurück, Augen über der Linie der Fahne, den Rücken gerade halten und dabei auch ruhig mal übertreiben.

Viel Spaß mit dem Ausprobieren im Training und auf der Runde und gute Scores wünscht Michael Rother.

Beim nächsten Mal: Was tut man, wenn man auf dem Platz seiner Angst begegnet? Der Schlag über das Wasserhindernins, der kurze Putt oder das Spiel aus dem Bunker wollen einfach nicht gelingen? Wie löst man emotionale Spiel-Blockaden? Bericht über neuro-mentales Golfcoaching und Tipps zur Selbsthilfe.

FedExCup Playoffs – Wie der Kampf um 10 Mio USD abläuft

Am Wochenende geht es los – die letzten 4 Turniere, die Playoffs des FedExCups starten. Rory geht nach seinen letzten Ergebnissen klar als Favorit ins Rennen, von der Punkteverteilung her ist es aber noch ganz schön spannend und das bleibt es auch bis zum Schluss.

Doch der Reihe nach – vielleicht geht es Ihnen ja wie mir: ich bin einfach immer noch verwirrt, ob der vermeintlich merkwürdigen Punkteverteilung am Ende des FedExCups. Und die Sky Moderatoren konnten da bisher auch nicht wirklich Licht ins Dunkel bringen. Daher habe ich mich jetzt endlich mal schlau gemacht und erläutere hier, wie das System funktioniert, damit wir auch alle voller Spannung Martin Kaymer die Daumen drücken können.

Die ersten drei Playoff-Turniere

Beim ersten Playoff „The Barclays“ dürfen die besten 125 Spieler des FedExCups teilnehmen. Es gibt, wie von den meisten anderen Turnieren gewohnt, einen Cut: Die besten 70 Spieler und die geteilten Plätze dürfen am Wochenende noch mitspielen. Bei den Playoffs gibt es aber insgesamt deutlich mehr FedExCup Punkte, als man das von den anderen Turnieren gewohnt ist. Für einen Sieg erhält man hier 2500 Punkte, für einen Major Sieg im Vergleich z. B. nur 600. Das gleiche System gilt für das zweite Playoff Turnier „Deutsche Bank Championship“ mit dem Unterschied, dass hier nur noch die ersten 100 der FedExCup Rangliste teilnehmen dürfen. Die Teilnehmeranzahl reduziert sich für das dritte Turnier (BMW Championship) dann auf 70 Starter, so dass hier dann ein Cut nach 2 Runden entfällt.

Das Finale

Für das Finale „The TOUR Championship by Coca Cola“ qualifizieren sich dann die 30 besten Spieler der FedExCup Rangliste. Teilnehmen kann nach Punkte auch, wer nicht alle Playoffs mitgespielt hat. 1 Turnier darf man nach den Regularien auslassen, läuft aber natürlich Gefahr, dass man durch die deutlich höher erreichbare Punktezahl bei den Playoffs an Boden verliert.
Glücklicherweise wurde die Ausgangsposition für das letzte Turnier 2008 geändert. Früher konnte es passieren, dass bereits vorher schon der Sieger feststand (z. B. Vijay Singh 2008), da er an Punkten uneinholbar vorne lag. Jetzt werden alle bisher gesammelten Punkte gelöscht und jeder Spieler erhält nach seiner bisherigen Platzierung ein Startkontingent an Punkten. Der erste erhält 2.500 Punkte, der 30. und damit Letzte erhält 210 Punkte. So kann theoretisch jeder der 30 Spieler den FedExCup noch gewinnen. Das wird dann unter Umständen ein ganz schönes Gerechne, aber eindeutig ist: gewinnt einer der besten 5, dann hat er in jedem Fall den FedExCup und damit 10 Mio USD gewonnen (eine unfassbare Summe ’nur‘ fürs Golfspielen, aber das ist eine andere Diskussion).

Spannung theoretisch garantiert

Dadurch ist das letzte Turnier jetzt deutlich spannender geworden. Nichtsdestotrotz aber auch unübersichtlich, wenn plötzlich einer „von hinten“ das Feld aufrollt (statt einer von den besten 5, bei denen es eindeutig wäre). Dann geht die Rechnerei los. Umso wichtiger ist es daher, dass die Moderatoren hier einen Überblick bewahren und die Spannung für den Gesamtsieg nicht aus den Augen verlieren. Ich kann mich erinnern, dass ich – vor zwei Jahren glaube ich war es – parallel immer noch den FedExCup Live-Score auf dem Handy laufen hatte, da es einfach versäumt wurde, das Ganze vernünftig am Bildschirm rüberzubringen.

Appell an die Sky Golf Moderatoren

Daher hier mein Appell an die Sky Golf Moderatoren: Bitte haltet die FedExCup Standings im Auge und moderiert das Ganze dann auch entsprechend spannend, damit wir Zuschauer nicht selber noch die Ergebnisse auf anderen Kanälen im Auge behalten müssen. Golf wird ja sonst häufig nicht als spannend wahrgenommen, also nutzt die Chance, so dass die Zuschauer vor lauter Spannung auch noch bis mitten in die Nacht vor dem Fernseher ausharren. Danke 🙂

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/FedEx_Cup
http://www.pgatour.com/fedexcup.html

Golfen wie der König – in Frankreich

Angestellt sein hat einen Vorteil, man hat geregelte Urlaubszeiten. Als Neu-Selbständige hab ich derzeit leider noch keine Zeit die Golfplätze der Welt zu erobern. Aber glücklicherweise gibt es ja auch andere Golfer, die im Ausland unterwegs sind. Heute möchte ich daher einen Beitrag von Uwe Specht in seinem Blog Golf is easy! zitieren, der dem Golffan den in Lothringen, Frankreich gelegen Golfclub Golf de Bitche ans Herz legt.

Golf de Bitche – Golf auf einer der schönsten Anlagen Frankreichs

Lieben Sie gutes Essen, schöne Landschaften Golf? Dann sollte ihr nächstes Reiseziel Frankreich sein. Die Gourmetküchen und die unterschiedlichen Naturszenerien vom nördlichen Paris bis an die Cote D`Azur sind Ihnen wahrscheinlich schon zumindest vom Hörensagen bekannt. Dann machen sie sich jetzt auf diese in Wahrheit zu erkunden und dabei die schönsten Golfplätze des Landes zu entdecken. Und diese sind nur einen Katzensprung entfernt.

In der Region Lothringen, mit ihrer aufregenden deutsch-französischen Geschichte, befindet sich die 5326 Einwohner große Gemeinde Bitche und einer der schönsten Golfanlagen des Landes.

Inmitten des Naturparks der Vogesen erhöht auf dem Kindelsberg gelegen, erstreckt sich der 27-Loch Parcours des Golfclubs “Golf de Bitche“. In anmutiger Höhe abseits des Altagsstress erleben sie Golf aus einer neuen Perspektive, Panoramablick auf die Gipfle der Vogesen inklusive. Fernab von Hektik und Massentourismus bietet ein ausgedehntes Golfspiel auf der leicht hügeligen und durch Wasserhindernisse geformten Anlage und das dazugehörige gemütliche 3-Sterne Hotel Le Strasbourg mit 10 individuellen Zimmern Raum für ihren perfekten Golfurlaub. Genießen sie die französische Kultur und Lebensmentalität bei einer traditionellen Delikatesse aus der Gourmetküche des Hotels und werden Sie inmitten einer Weltkulturerbe-Naturregion sportlich aktiv bei einem der traditionsreichsten Sportarten der Welt. Alles was Sie hierzu mitbringen müssen ist eine Handicap von 54 (unter der Woche, am Wochenende und an Feiertagen 34), eine Greenfeegebühr von 40 Euro (am Wochenende und an Feiertagen 56 Euro, für Jugendliche sind die Preise ermäßigt) und ausreichend Entdeckerlust, um Land und Leute kennenzulernen.

So könnten Ihre ersten Ausflugsziele mit den Museen ”Musee de la grande place”, “musee du verre et du cristal” oder dem “musee du sabotier” kultureller Natur sein und Sie mitnehmen auf eine Reise durch die das Handwerk der Glasbläserkunst oder auf Erkundungstour der Geschichte der Holzpantoffeln. Auch die Hochburg aus dem 17. Jahrhundert der Gemeinde Bitche, die “citadelle” und der Garten “Jardin de la paix” am Fuße der Burg sind einen Besuch wert. Im Spannungsfeld zwischen Frieden und Krieg führt sie der Garten durch seine vielschichtige Fauna. Passend zum Thema entdecken sie auf 54 Hektar den Simershof, ein Artilleriewerks der französischen Maginot-Linie sowie “le fort casso”.
Wie ihre Reise dann weiter geht, das entscheiden sie selbst.

Fore! Pros nicht als Vorbild nutzen

Am Wochenende sah man wieder ein (un)schönes Beispiel: Sonntag, Stenson auf der 18, haut seinen zweiten Schlag übers Grün, viel zu lang, mitten in die Menschenmenge. Kein „Fore!“ war zu hören. Das scheint die neueste Mode der Golfpros zu sein und ist aus meiner Sicht eine absolute Frechheit. Natürlich kann man mitten in einer Menge eh nicht mehr wirklich ausweichen, aber zumindest kann man sich und dabei vor allem Gesicht und Kopf versuchen zu schützen. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Amateur Golfer sich ein Beispiel nimmt – und das kann unter Umständen böse enden. Dazu ein interessanter Beitrag von Thomas Wischnewski in seinem Blog.

Der neueste Schrei ist gar kein Schrei

Golfclub Motzen (bei Berlin)

Das Grün von C 9

Das Grün von C 9

Die letzten beiden Wochenenden hatte ich das Vergnügen, den Berliner Golf & Country Club Motzener See e.V. gleich dreimal spielen zu dürfen. Da dieser Platz zu einem meiner Lieblingsplätze in Berlin und Brandenburg zählt, möchte ich ihn heute hier genauer vorstellen.

Die Anlage

Bis Anfang 2013 bestand der Golfclub Motzen  noch aus einer „normalen“ 18 Loch-Anlage. Da er unweit des BER Flughafens angesiedelt ist, wurden zusätzliche 9 Loch gebaut, um Flugreisende für einen Abstecher auf den Golfplatz zu gewinnen (der BER ist hier eine eigene Geschichte, auf die ich besser nicht weiter eingehe). Somit gibt es jetzt 27 Löcher, sowie einen 9-Loch-Kurzplatz. Übungsmöglichkeiten sind auch reichlich vorhanden. Ein Restaurant mit großer Terrasse lädt zum Verweilen nach der Runde ein. Der Berliner Golf- und Countryclub Motzener See e.V. gehört zu den Leading Courses in Deutschland.

Der Platz

Die 27-Loch-Anlage ist in drei Courses eingeteilt: A – die ursprünglichen ersten 9 Loch, B – die 10, 11, 14, 15 der ursprünglichen Anlage plus 5 neue Löcher sowie C – Löcher 12, 13, 16, 17, 18 der alten Anlage ergänzt durch 4 neue Golflöcher. Der alte Platz galt bei meinen Freunden und Bekannten immer als einer der schönsten in Berlin, über die neuen Löcher gehen die Meinungen aber deutlich auseinander. Währen die meisten Bahnen des ursprünglichen Platzes „offen“ sind, sind die neuen Löcher in den Wald hineingebaut und haben somit einen ganz eigenen Charme, den man nun mögen kann oder nicht. Ich persönlich finde die neuen Löcher ganz schön, aber aus meiner Sicht werten sie jetzt den Platz im Vergleich zu vorher nicht entscheidend auf. Was derzeit noch sehr störend ist, ist die unterschiedliche Geschwindigkeit der Grüns. Interessanterweise sind die neuen Grüns deutlich schneller und auch ondulierter als die Grüns der ursprünglichen Löcher.
Generell sind die Bahnen sehr abwechslungsreich. Wasser, Bunkerlandschaften, Doglegs, Rough, alles kommt ins Spiel, ohne dass man eines der Hindernisse überdrüssig wird – abgesehen vielleicht vom Rough, denn das ist sehr dick, Bälle sind nicht leicht zu finden und falls doch, dann ist es häufig schwer rauszuspielen. Ein Schlagverlust ist meist vorprogrammiert.

Wenn man einen guten Tag erwischt, lässt sich hier schnell mal eine wirklich gute Runde spielen. Für den Fall eines nicht ganz so guten Tages, sollte man allerdings auch den ein oder anderen Ball mehr in der Tasche haben.

Das Restaurant

Das Essen im Restaurant ist abwechslungsreich und lecker. Die Speisekarte bietet auch eine Auswahl an unterschiedlichen Frühstücksangeboten. Sehr schön finde ich persönlich, dass die meisten Softgetränke den Damen mit Karaffe und Weinglas serviert werden. Da schmeckt die Saftschorle danach doch gleich noch besser 🙂 Auf der Terrasse sitzt man im Übrigen gemütlich und hat einen schönen Blick – leider aber nicht wirklich auf eine der Spielbahnen.

Die Atmosphäre

Im Golfclub Motzen kann man sich wunderbar wohlfühlen. Platz und Umgebung sind sehr schön (nahe gelegen übrigens auch der Motzener See, der noch zu einer erfrischenden Schwimmrunde nach dem Spiel animiert). Die Leute vor Ort sind sehr freundlich und die Atmosphäre ist eher sportlich locker als elitär.

Fazit

Der Berliner Golf & Country Club Motzener See e.V. gehört zu meinen persönlichen Favoriten in Berlin und Brandenburg. Der Platz ist meist in sehr gutem Pflegezustand, die Löcher sind alle abwechslungsreich und haben ihre eigenen Herausforderungen. Die Atmosphäre ist angenehm sportlich und freundlich. Wer in Berlin und Umgebung Golf spielen möchte, dem kann ich eine Runde im Golfclub Motzen nur ans Herz legen.

Weitere Infos: www.golfclubmotzen.de