Wüstengolf 2 – Mit dem Driver vom Fairway

Wir bleiben in Namibia und bewegen uns von Skwakopmund aus nur ein paar Kilometer Richtung Süden an der Küste entlang und erreichen Walvis Bay. Ein Hafenort mit einer tollen Bucht, in der man wunderbar Kanufahren und dabei mit Robben und Delfinen spielen kann. Aber das ist ein anderes Thema.

Der Golfclub von Walvis Bay zeichnet sich durch eines ganz besonders aus: Sand! Steht man am ersten Abschlag, fragt man sich, was das hier eigentlich mit „normalem“ Golf zu tun hat und stellt sich schon auf eine Cross Golf Runde ein. Aber weit gefehlt. Denn schaut man genauer hin, erkennt man einen grünen Fleck: das Grün! Das einzig Grüne auf dem Golfplatz sind hier von ein paar Flecken rund um die Bunker (ja, nicht zu fassen, es gibt hier dann trotzdem auch Bunker) nämlich die Abschläge und die Grüns.

Quelle: Facebook-Seite des Golfclubs Walvis Bay

Quelle: Facebook-Seite des Golfclubs Walvis Bay

Aber wie soll das dann ablaufen? Man kann doch aus dem Sand nur schwer einen „normalen“ Schlag machen, insbesondere wenn da am Tag zig Leute durchlaufen. Ganz einfach: kleine weiße Pfähle rechts und links der Bahn markieren das Fairway. Liegt man innerhalb des Fairways – und jetzt kommt der Clou – darf man aufteen! Im „Rough“ muss man den Ball dann spielen, wie er liegt.

Quelle: Facebook-Seite des Golfclub Walvis Bay

Quelle: Facebook-Seite des Golfclub Walvis Bay

Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach einer gewissen Zeit, will man überhaupt nie wieder ohne Aufteen-auf-dem-Fairway spielen, wenn man die Bälle immer mit dem Driver schön weit kloppen kann.

Das scheint auch vielen anderen Spaß zu machen, wie die zahlreichen Bilder von Veranstaltungen auf der Facebook-Seite des Clubs zeigen.

Dieser Golfplatz ist wirklich noch mehr Abenteuer, als der in Swakopmund. Und Walvis Bay ist jetzt auch nicht unbedingt ein Ferienort, den man auf dem Zettel hat. Aber da er auf dem Weg von Swakopmund nach Sossusvlei liegt, kann man als Golfbegeisterter auch hier einen kleinen Abstecher machen. Und stellen Sie sich mal vor, was Sie dann zuhause erzählen können: Ich kann Driver vom Fairway!

Wüstengolf 1 – Geh weg, Springbok!

Obwohl es für November noch relativ gutes Golfwetter ist und man meist noch auf Sommergrüns spielen kann, lohnt es sich so langsam mal die im Winter wärmeren Gefilde zu betrachten. Daher möchte ich euch in den nächsten Wochen ein paar Golfplätze „weiter weg“ vorstellen, die ich in den letzten Jahren kennen lernen durfte. Ich beginne heute mal mit einem Golfclub in Namibia: Rossmund Golfclub Swakopmund.

Golfreiseland Namibia?

Zugegeben: Namibia ist kein Gofreiseland. Nichtsdestotrotz aber eines der schönsten Länder, in die ich je gereist bin. Hier jagt ein Abenteuer das nächste und dazu kann man eben auch das Golfspielen zählen. Kurz zum Ort: Swakopmund liegt am Atlantik ca. 300 km westlich von der Hauptstadt Windhoek entfernt. Aber Swakopmund bietet eben nicht nur Meer sondern liegt sozusagen auch direkt in oder an der Namib, eine der wenigen Küstenwüsten der Erde (die Komibination von  Meer und Wüste macht Swakopmund übrigens zu einem tollen Ort zum Heiraten, aber das ist ein anderes Thema ;)). Daher ist es erstmal schon erstaunlich, dass es hier überhaupt einen Golfplatz gibt.

Die Namib im Hintergrund

Fairway = Springbok-Futter

Möglich macht das der Swakop River. Durch sein Wasser kann kurz vor der Wüste der kleine aber feine Golfplatz unterhalten werden. Das Schöne ist, dass es natürlich nicht nur Golfer in der Nähe einer Wüste an einem Fluss schön finden, auch Springböcke sind natürlich Fans von Wasser und sattem Gras und somit zahlreich auf diesem Platz vertreten. Und das macht ihn eben so besonders.

Mit den Springboks auf dem Platz

Natur als Highlight

Aufgrund des Wassermangels gibt  es hier natürlich keine fantastischen Fairways oder tolle Grüns. Auch die Löcher sind jetzt nicht besonders pfiffig und dazwischen ist auch viel Wüstensand – aber genau diese Kombination aus Grün, Wüste und Tiere ist einen Abstecher wert. Die Springboks sind außerdem an Menschen gewöhnt und man kann ihnen recht nahe kommen. So nahe, dass sie manchmal einfach auch schlicht im Weg sind.

Grün und Wüste – eine besondere Kombination

Fazit

Langer Rede kurzer Sinn – wer in Namibia Urlaub macht und Swakopmund einen Besuch abstattet, der kann ruhig auch ein Ründchen auf diesem Golfplatz drehen. Schläger kann man problemlos und für kleines Geld vor Ort leihen, außer bei Turnieren bekommt man immer eine Startzeit und bei Bedarf stehen auch Caddies zur Verfügung. Und vielleicht gibts zum Abendessen dann ja auch einen selbst geschossenen Springbok 😉