Gibt es ein Leben neben dem Golf?

So langsam wird es zäh. Wenn man im Oktober die Golfklamotten wegstellt, freut man sich zunächst endlich mal wieder auf ein freies Wochenende. Nicht-Golfende Freunde kennen bereits den rasanten Anstieg der Kontaktversuche und man stellt fest, dass es durchaus auch ein Leben neben dem Golf gibt. Zumindest im November und auch noch im Dezember, da lenkt die Weihnachtszeit den Fokus auf Freunde und Familie.

Doch dann kommt der Januar. Kein Fußball im Fernsehen, stattdessen aber der Saisonstart der neuen Golf-Profi-Touren. Bilder aus Südafrika, Dubai und Amerika flattern über den Fernseher oder sind in den Online-Golf-Berichterstattungen zu sehen. Strahlender Sonnenschein, tolle Plätze, fantastisches Golfspiel … und so langsam beginnen die Entzugserscheinungen: es wird darüber nachgedacht bereits bei leichten Plus-Graden vielleicht doch mal ein Ründchen auf dem hiesigen Kurs zu drehen; Schläger und Schuhe werden sicherheitshalber schon mal geputzt und vorbereitet; die Tipps der Golfmagazine und des unter dem Weihnachtsbaum gelegenen Golfbuchs werden verinnerlicht; der Wetterbericht wird genaustens hinsichtlich der diesjährigen Wärmeentwicklung studiert; Freunde werden nicht mehr rechtzeitig kontaktiert, könnte ja vielleicht doch noch bisschen wärmer werden am Wochenende; Urlaube werden nach Wettspielkalender geplant; Möbel werden umgestellt, Lampen werden geschützt, um das Wohnzimmer zu einer Übungsanlage umzugestalten;

Gesteigert wird das Ganze noch durch die völlige Unsicherheit, ab wann man endlich wieder richtig loslegen kann. Nur ungern erinnern wir uns an den ewigen Winter 2013, als Ostern noch Schnee auf den Plätzen lag.

Der Januar ist für normale Menschen schon ein Graus – aber erst Recht für Golfer. Wer es sich leisten kann, fliegt noch einmal ins Warme, um sich schon mal auf die Saison vorzubereiten. Andere sind ihren Entzugserscheinungen die nächsten Monate hilflos ausgeliefert. Auch die Indoor-Golfhalle kann hier nur temporär helfen, ganz im Gegenteil: im Grunde genommen macht sie Lust auf mehr.

Und was kann hier helfen? Ein Sonnentanz, Anruf beim Wettergott, noch mehr Bälle in der Indoorhalle hauen, Konfrontationstherapie durch Golf-im-Fernsehen-schauen, das Wohnzimmer zur Übungsanlage umbauen?

Was soll ich sagen: Ich hab keine Ahnung! Meine Strategie ist derzeit arbeiten, arbeiten, arbeiten, um vielleicht irgendwann die Wintermonate in warmen Golfländern verbringen zu können 😉

Wer das jetzt liest und denkt „Die Golfer sind doch total bekloppt!“ hat völlig Recht. Daher möchte ich auch diesen nicht ganz so ernst gemeinten Artikel mit einem Zitat von Hught Grant abschließen: „Es hat mein Leben endgültig ruiniert. Es gibt ganz wenige goldene Regeln im Leben, aber eine davon ist: Spiele nie Golf. Wenn dein Kind einen Schläger in die Hand nimmt, entreiße ihm sofort den Schläger. Dieser Sport ist gefährlicher als Drogen. Also: Just say no!“.

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