Bergiges Golf in Südafrika – Simola Golf Estate

Als ersten Platz in Südafrika möchte ich Euch heute Simola Golf und Country Estate vorstellen. Simola ist einer der Plätze um Knysna. Aus Richtung Kapstadt kommend biegt man von der N2 kurz vor Knysna links ab, um nach ca. 10 Minuten bergauf den Parkplatz des Golf Estates zu erreichen. Wie auch von den anderen Golfplätzen in SA gewohnt, wird man am Parkplatz von einem Angestellten empfangen, der sich dann um das Golfgepäck kümmert. Unser „welcome guy“ war sehr freundlich und lustig und wies uns den Weg zum Eingang.

Blick von der Terrasse im Golfclub Simola

Blick von der Restaurant-Terrasse


Bei unseren 5 Golfrunden frühstückten wir stets noch vor unserer Tee-Time im Club oder tranken
zumindest noch einen Kaffee vorweg. So auch hier. Da es sich um ein Golf Estate mit Hotel handelt, hatten wir die Möglichkeit, mit den Hotelgästen am Frühstücks-Buffet teilzunehmen. Das war sehr lecker und man richtete uns auch ohne Murren einen Tisch auf der Terrasse ein, obwohl draußen nicht gedeckt war. Von dieser Terrasse aus hatte man einen schönen Blick ins Tal mit Meer und der Lagune von Knysna in der Ferne. Auch konnte man schon einen ersten Blick auf das ein oder andere Loch erhaschen.

Nach unserer Stärkung erhielten wir unsere Leihschläger. Hier ließ die Auswahl und Qualität der Schläger leider etwas zu wünschen übrig. Wir durften uns zwar unseren Satz selbst zusammenstellen, aber die Schläger waren recht alt und abgenutzt. Da wir zeitlich recht früh dran waren, hatten wir noch Zeit ein klein wenig zu Chippen und zu Putten, eine Driving Range stand nicht zur Wahl, was aber nichts Ungewöhnliches ist in Südafrika. Chipping und Putting-Area waren recht groß, so dass man sich zumindest im kurzen Spiel etwas warm schlagen konnte. Der Starter war sehr nett und freundlich. Er gab uns noch einige Tipps mit auf die Runde, wie z.B. dass die Breaks auf den Grüns alle zum Meer hin fallen, was wirklich ein sehr hilfreicher Hinweis war. Der Platz an sich war sehr schön gepflegt, die Grüns in gutem Zustand. Leider waren die Bahnen aber sehr häufig nah beieinander, so dass man am Abschlag dann teilweise lieber etwas wartete, bis der Flight auf der Bahn nebenan nicht mehr in Reichweite war.

Blick von weit oben auf die Bahn 2 und weitere Bahnen von Simola

Der Blick vom Herrenabschlag von Loch 2

Die Löcher waren teilweise ganz tricky angelegt, aber nicht allzu schwer. Also auch für Anfänger oder
weniger ambitionierte Golfer geeignet. Landschaftlich bietet Simula sehr viele schöne Blicke über das Tal. Teilweise sieht man auch die Lagune und ganz selten auch mal weit hinten das Meer. Durch die zahlreichen Höhenunterschiede gab es weitreichende Views an den Abschlägen.

Die Halfway-Verpflegung war hier im Preis mit inkludiert. Ein kleines Restaurant mit schönem Blick auf ein paar Löcher, bot ein kleines Buffet. Getränke mussten jedoch zusätzlich bezahlt werden. Das Essen war einem Halfway-Restaurant angemessen. Nichts Besonderes, aber total in Ordnung. Die Toiletten am Halfway waren sauber und gepflegt.

Blick auf den Fluss im Golfclub Simola

Der Fluss war an einigen Löchern im Hintergrund zu sehen

Nach dem Spiel fanden wir uns im Gegensatz zum Frühstück auf der Terrasse der Club Lounge ein, die einen schöneren Blick über den Platz selber sowie den Fluss bot als die Restaurant-Terrasse. Das Personal war hier ein wenig träge, aber nicht träger, als in vielen anderen Restaurants in Südafrika auch 😉

Letztlich war der Platz für mich persönlich allerdings nicht besonders genug. Ähnliche Plätze findet man auch in Deutschland, mit Höhenunterschiede und schönen Blicken über Täler. Der oft auf Fotos dargestellte Fluss ist nur selten zu sehen und auch nicht so beeindruckend, wie die Bilder vermitteln. Daher landet Simola in unserem persönlichen Ranking der 5 Plätze auf dem letzten Platz. Es ist ein schöner Platz, der auch für großteils gut zu spielen ist, wer aber insbesondere auch auf Meerblick steht, sollte diesen Platz nicht an vorderster Stelle auf die Reiseliste setzen. Auch eine längere Fahrt (wir sind knapp 1,5 h gefahren) lohnt sich nur bedingt, da es meist im Umkreis auch schöne Plätze gibt.

Spektakel Matchplay

In Austin, Texas duelliert sich derzeit die Welt-Elite des Golf und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Dort findet noch bis Sonntag das World Golf Championships-Dell Matchplay statt, das einzige WGC, das nicht als Zählspiel ausgetragen wird. Hier geht es Mann gegen Mann.

Ich freue mich jedes Jahr auf dieses Turnier und verfolge es so gut es geht live im Fernsehen. Denn im Gegensatz zu den anderen Turnieren, bei denen ich persönlich die ersten beiden Tage meistens eher etwas langweilig finde, geht es hier vom ersten Spieltag an gleich richtig los. Es macht sogar zu Beginn des Turniers noch mehr Spaß einzuschalten, da hier Schlag auf Schlag Entscheidungen zu sehen sind. In diesem Spielmodus zeigt sich, wer wirkliche Nervenstärke besitzt. Selten werden in einem Turnier so viele kurze Putts vorbei geschoben, wie hier. Auch sieht man viel mehr außergewöhnliche Recovery-Versuche, da eben nicht jeder Schlag zählt, sondern nur der Lochgewinn. Am Besten finde ich daran jedoch, dass einem live vor Augen geführt wird, dass man nie aufgeben darf, dass man immer noch eine Chance

Das tollste Match, das ich da je gesehen habe, war Victor Dubuisson vs. Jason Day im Finale vor zwei Jahren. Dubuisson lag zwei Löcher zurück bei noch zwei zu spielenden Löcher und zwang Day noch in die Verlängerung. Im weiteren Verlauf waren sich Zuschauer und Reporter zwei Mal ziemlich sicher, dass Day nun die Nase vorne haben würde, nachdem der Franzose seine Schläge in die Kakteen verzog. Doch zwei Mal rettete er sich mit undenkbaren, eigentlich sogar unmöglichen Schlägen. Es war beeindruckend. Bewundernswert aber auch Jason Day, der sich davon nicht beirren ließ und letztlich dann doch den Sieg für sich verbuchen konnte.

In einem Ryder Cup Jahr ist dieses Turnier natürlich noch interessanter, gewährt es doch einen ersten Einblick in die aktuelle Stärke der Europäer und US Amerikaner. Ist es sonst z.T. verständlich, dass Golf nicht im Free-TV übertragen wird, gilt dies für Matchplay-Turniere nicht. Dies ist auch für jeden Nicht-Golfer, ohne dass er Ahnung von Pars, Birdies oder Bogeys haben muss, verständlich. Es gewinnt der das Loch, der weniger Schläge benötigt. Schluss aus. Mit der Übertragen eines solchen Turniers könnte es auch gelingen, mehr Fans für diesen tollen Sport zu gewinnen, so dass es uns dann vielleicht doch mal gelingt, den Ryder Cup nach Deutschland zu holen. Wobei wir uns aktuell ja leider schon freuen können, wenn überhaupt der Ryder Cup im Free-TV zu sehen ist.

Wer Sky Sport zu Hause hat, dem kann ich auf jeden Fall nur empfehlen, ab 21 Uhr heute und die nächsten Abende einzuschalten. Gerader wer sonst Golf eher langweilig findet, wird hier sicher eher auf seine Kosten kommen. Auch wenn nach der desaströßen 8&6-Niederlage von Martin Kaymer voraussichtlich kein Deutscher mehr in der Hauptrunde dabei sein wird. Einschalten lohnt sich!

Südafrika – ein Golfreiseland?

Der Golfer aus Deutschland hat es nicht leicht. Wenn Petrus es gut mit ihm meint, lässt er ihn 8 Monate im Jahr vernünftig golfen. Häufig denkt er aber auch an die Skifahrer und der Golfzeitraum ist deutlich kürzer, zumindest wenn man echte und gut puttbare Grüns anspielen möchte. Hätte man die Chance, Petrus zu bestechen, würden viele Golfer sicher straffällig werden. Die Meisten sind vom Golf-Virus derart infiziert, dass die golffreie Zeit kaum auszuhalten ist. Man begibt sich zur Suchtbefriedigung sogar in kleine Hallen und drischt den Ball in ein 10 Meter entferntes Netz, um nicht mit zitternden Händen  zu Hause  die Golfturniere in warmen, sonnigen Gefilden der Welt verfolgen zu müssen. So liegt es nahe, dieser unerträglichen Zeit zumindest ein paar Wochen zu entfliehen und in Länder zu reisen, die in dieser Zeit Sonne und warme Temperaturen versprechen.

Mein Mann und ich gehören selbstverständlich nicht zu diesen abhängigen Menschen, wir haben unsere Sucht natürlich problemlos im Griff. Gerne entfliehen wir auch dem heimischen Winter, aber selbstverständlich nicht – zumindest nicht in erster Linie – um festzustellen, dass es sich vielleicht doch gelohnt hätte, das ein oder andere Mal öfter im Wintertraining anwesend zu sein. So buchten wir Ende 2015 eine Reise nach Südafrika: Safari, Sonne, Strand, Meer, Haie, Pinguine, Cityrundfahrten – und ja, vielleicht auch die ein oder andere Runde Golf. Aber natürlich nur, da es dort angeblich wunderschöne Golfplätze geben soll.

Der ursprüngliche Plan bestand darin, maximal 3 Mal in den 2,5 Wochen zu golfen, so als Abwechslung. Online stießen wir jedoch auf ein tolles Angebot (Danke Papa dafür): 5 Runden Golf auf DEN Plätzen rund um George und Knysna, inklusive Cart für knapp 400 Euro für uns beide zusammen (zu buchen übrigens hier: http://www.grgolfpass.co.za/). Selbstverständlich konnten wir da natürlich nicht „nein“ sagen und freuten uns dann doch darauf, folgende Plätze kennen zu lernen: Oubaai, Pinnacle Point, Fancourt Montagu, Pezula und Simola.

Weiterhin tapfer (da uns Golfen ja gar nicht wichtig war) verzichteten wir auf unser Golfgepäck und beschlossen uns vor Ort die Schläger zu leihen. Schließlich benötigt man ein relativ großes Auto, um die Schläger mit zu karren, und die sind in Südafrika relativ teuer. Außerdem wollten wir unsere Schläger in Johannesburg bzw. dem Krüger nicht im Auto rumkutschieren und die zusätzliche Organisation für den Inlandsflug von Johannesburg nach George war uns ebenfalls zu viel. Ein Fehler! Zumindest dann, wenn die heimische Ausrüstung besonders gefittet ist. Aber eins nach dem anderen.

Nach unfassbaren Erlebnissen in unserer Lodge im Krüger Nationalpark glaubten wir schon, der Rest des Urlaubes kann dieses Niveau nicht halten. Weit gefehlt. Südafrika ist landschaftlich ein traumhaftes Reiseland und ja, auch Golf sollte man dort unbedingt einplanen, denn – zumindest auf den Plätzen, auf denen wir gespielt haben – es ist ein Erlebnis für Golferherz und Seele. Die Anlagen sind nicht einfach nur schön, sondern zum Teil schlicht „breathtaking“. Allen voran Pinnacle Point. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in meinem Leben nochmal einen Golfplatz spielen werde, der landschaftlich schöner ist, als dieser. Aber auch die anderen Plätze hatten alle ihren Charme,  wenn sie auch Pinnacle Point nicht das Wasser reichen konnten (im wahrsten Sinne des Wortes).

Pinnacle Point Golfcourse

Für mich einer der schönsten Plätze: Pinnacle Point

Keine Sorge, ich  werde in den nächsten Wochen jeden Platz auch nochmal detaillierter mit zahlreichen Fotos vorstellen.

Allerdings ist diese Einschätzung natürlich subjektiv. Ich war nach meiner Rückkehr überrascht zu hören, dass es Leute gibt, die Pinnacle Point in Zukunft meiden werden. Denn man muss dazu sagen, er ist landschaftlich zwar unschlagbar, aber er ist auch nicht einfach. Es gibt zahlreiche Schluchten, die es zu überwinden gilt, bei denen auch mal locker 160 Meter carry vom Tee gefordert sind (Männer). Wer also nicht zu den Longhittern zählt und nicht bereit ist, für unfassbare Views zahlreiche Bälle der Natur zu überlassen oder seinen persönlichen Score nicht allzu ernst zu nehmen, der wird dort eher nicht glücklich.

An diesem Punkt kommt dann auch die eigene Ausrüstung ins Spiel: Natürlich ist es deutlich einfacher mit den eigenen Schlägern zu spielen. Insbesondere, wenn man vom Standard abweichende Schläger zu Hause hat, ist es dann doch etwas schade, wenn man auf diesen Golfplätzen mit den Schlägern zu kämpfen hat. Aber auch ohne guten Score lassen sich diese Plätze einfach nur genießen. Mit guten Schlägen, macht es natürlich noch mehr Spaß. Man sollte sich also genau überlegen, ob man seine eigene Ausrüstung mit einpackt (kleiner Tipp am Rande: fliegt man mit Turkish Airlines, ist die Mitnahme von Golfgepäck kostenfrei).

Auch wenn wir immer empfehlen würden, in Südafrika nicht nur Golf zu spielen (White Shark Diving ist beispielsweise eine ganz nette Alternative ;)), ist Südafrika auch abgesehen von den 5 oben  genannten Plätzen ein  Paradies für Golfer. Es gibt in Kapstadt und an der Gardenroute zahlreiche Golfplätze, die mit einem kleinen Greenfee-Preis locken und sehr schön und gepflegt sind. Großer Vorteil ist zudem die geringe Zeitverschiebung (1 Stunde), die das Reisen noch angenehmer macht.

Fazit unserer Reise ist also:

  1. Südafrika ist ein Paradies für Golfer
  2. Pinnacle Point ist Pflicht, wenn man in Südafrika Golf spielt (hier lohnt sich sogar eine mehrstündige Fahrt)
  3. Auch wenn die Befriedigung der Golfsucht im Vordergrund steht, bitte nicht den Fehler machen und den ganzen Urlaub golferisch verplanen. Südafrika ist ein wunderschönes Land, das auch ohne Golf auf jeder Reiseliste stehen sollte

 

P.S.:
Ich möchte es nicht versäumen, hier dennoch auch kurz auf die gesellschaftliche Situation in Südafrika einzugehen. Zunächst muss ich sagen, dass wir uns in den Gegenden, in denen wir uns bewegt haben, zu keiner Zeit bedroht gefühlt haben. Wir hatten nie das Gefühl verfolgt oder gleich ausgeraubt zu werden. Wir haben uns immer wohl gefühlt. Dennoch hinterlässt es natürlich ein mulmiges Gefühl, wenn man auf dem Weg nach Kapstadt kilometerlang an den klassischen Townships vorbeifährt. Und wir selber waren nicht in einem Lokal, auf einem Platz oder in einer Unterkunft, in der ein Schwarzer (oder wie auch immer man das heute politisch korrekt ausdrückt) der Boss war. Das ist derzeit (noch) die Realität. Mich hat es traurig gestimmt, dass ein so wunderschönes Land mit so vielen Möglichkeiten, nicht in der Lage ist, diese Herausforderungen in den Griff zu bekommen. Ich denke, dass es dem Land nur helfen kann, wenn man es trotz allem bereist, so dass es sich für die Einwohner alleine aufgrund des Tourismus lohnt, die Stabilität im Land zu erhalten. Letztlich muss das aber natürlich jeder für sich persönlich entscheiden. Mir bleibt nur zu wünschen, dass es Südafrika schafft, die gesellschaftlichen Differenzen zu überwinden, sich selbst klar zu werden, welcher Schatz ihnen zu Füßen liegt und es uns weiterhin zu ermöglich, diesen Schatz sicher und frei zu entdecken.