Spektakel Matchplay

In Austin, Texas duelliert sich derzeit die Welt-Elite des Golf und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Dort findet noch bis Sonntag das World Golf Championships-Dell Matchplay statt, das einzige WGC, das nicht als Zählspiel ausgetragen wird. Hier geht es Mann gegen Mann.

Ich freue mich jedes Jahr auf dieses Turnier und verfolge es so gut es geht live im Fernsehen. Denn im Gegensatz zu den anderen Turnieren, bei denen ich persönlich die ersten beiden Tage meistens eher etwas langweilig finde, geht es hier vom ersten Spieltag an gleich richtig los. Es macht sogar zu Beginn des Turniers noch mehr Spaß einzuschalten, da hier Schlag auf Schlag Entscheidungen zu sehen sind. In diesem Spielmodus zeigt sich, wer wirkliche Nervenstärke besitzt. Selten werden in einem Turnier so viele kurze Putts vorbei geschoben, wie hier. Auch sieht man viel mehr außergewöhnliche Recovery-Versuche, da eben nicht jeder Schlag zählt, sondern nur der Lochgewinn. Am Besten finde ich daran jedoch, dass einem live vor Augen geführt wird, dass man nie aufgeben darf, dass man immer noch eine Chance

Das tollste Match, das ich da je gesehen habe, war Victor Dubuisson vs. Jason Day im Finale vor zwei Jahren. Dubuisson lag zwei Löcher zurück bei noch zwei zu spielenden Löcher und zwang Day noch in die Verlängerung. Im weiteren Verlauf waren sich Zuschauer und Reporter zwei Mal ziemlich sicher, dass Day nun die Nase vorne haben würde, nachdem der Franzose seine Schläge in die Kakteen verzog. Doch zwei Mal rettete er sich mit undenkbaren, eigentlich sogar unmöglichen Schlägen. Es war beeindruckend. Bewundernswert aber auch Jason Day, der sich davon nicht beirren ließ und letztlich dann doch den Sieg für sich verbuchen konnte.

In einem Ryder Cup Jahr ist dieses Turnier natürlich noch interessanter, gewährt es doch einen ersten Einblick in die aktuelle Stärke der Europäer und US Amerikaner. Ist es sonst z.T. verständlich, dass Golf nicht im Free-TV übertragen wird, gilt dies für Matchplay-Turniere nicht. Dies ist auch für jeden Nicht-Golfer, ohne dass er Ahnung von Pars, Birdies oder Bogeys haben muss, verständlich. Es gewinnt der das Loch, der weniger Schläge benötigt. Schluss aus. Mit der Übertragen eines solchen Turniers könnte es auch gelingen, mehr Fans für diesen tollen Sport zu gewinnen, so dass es uns dann vielleicht doch mal gelingt, den Ryder Cup nach Deutschland zu holen. Wobei wir uns aktuell ja leider schon freuen können, wenn überhaupt der Ryder Cup im Free-TV zu sehen ist.

Wer Sky Sport zu Hause hat, dem kann ich auf jeden Fall nur empfehlen, ab 21 Uhr heute und die nächsten Abende einzuschalten. Gerader wer sonst Golf eher langweilig findet, wird hier sicher eher auf seine Kosten kommen. Auch wenn nach der desaströßen 8&6-Niederlage von Martin Kaymer voraussichtlich kein Deutscher mehr in der Hauptrunde dabei sein wird. Einschalten lohnt sich!

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