Warum Jordan Spieth das Masters verlor

Ich musste das Masters erstmal ein paar Tage sacken lassen, bevor ich mich dem Thema hier widmen konnte. Erstens kämpfte ich noch ein wenig mit dem Schlafentzug und zweitens war ich einfach immer noch fassungslos von dem was da am Sonntag Nacht passiert war. Eigentlich schreibe ich auch nicht gerne über vergangene Turniere, das können Sportjournalisten und andere Blogger viel besser als ich. Dieses Masters war jedoch wieder mal so besonders, dass es es einfach Wert ist, darüber auch noch den hundertsten Bericht zu verfassen:

Nach 9 Loch schon ins Bett?

Nach einem langen Mittagsschlaf war ich also am Sonntag Abend bereit, den Kampf gegen den Schlaf aufzunehmen. Die ersten Löcher verliefen noch weitgehend unspektakulär, bis Spieth dann begann sein Birdie-Feuerwerk zu zünden. Nach 9 Löchern war ich also fast soweit, den Fight aufzugeben, so sicher war ich mir, dass Jordan Spieth das nach Hause bringen wird. Aber das Masters ist eben das Masters und auf kaum einem anderem Platz wie diesem gilt: abgerechnet wird zum Schluss.

Die Situation auf dem Platz

Nochmal zusammenfassend die Situation: Jordan Spieth, von Beginn an Führender des Turniers, ging mit einem Schlag Vorsprung vor dem zweiten Smiley Kaufman und 3 Schlägen Vorsprung vor dem späteren Sieger Denny Willet auf die letzte Runde. Mit zunächst einigen Up and Downs spielte er dann die Löcher 6, 7, 8 und 9 Birdie und baute so seinen Vorsprung auf 4 Schläge vor dem Verfolger Willet aus. Das Turnier schien einen ähnlichen Verlauf zu nehmen, wie im Jahr zuvor. Für Spieth lief alles nach Plan. Doch plötzlich folgten an der 10 und 11 je ein Bogey, bevor der junge Shootingstar an der 12 mit einem Quadruple Bogey seine Titelverteidigung verspielte.

Die 12 wurde zum Verhängnis für Spieth

An der 12, einem Par 3, verzog Spieth seinen Abschlag kurz rechts ins Wasser. Eigentlich noch kein Drama: Pitcht, Put, Bogey, Mund abwischen, weitermachen. Doch dann kam der eigentlich schlimmste Schlag des Spiels. Aus der Dropingzone fettete er den Pitch, der ohne jede Chance das Grün zu treffen erneut im Wasser landete. Logischerweise war dann der zweite Pitch viel zu lang („bloß nicht nochmal ins Wasser“) und landete im Bunker. Bunkerschlag, Putt und Jordan musste die 7 auf seiner Scorekarte notieren. Zeitgleich spielteanny Willet an der 14 ein Birdie und lag plötzlich mit 3 Schlägen in Führung.

Es sollte nicht mehr reichen

Wer nun dachte, dass der erst 22-Jährige Spieth in sich zusammenfallen würde, täuschte sich. Plötzlich spielte er wieder das Golf, was man von ihm gewohnt ist und erarbeitete sich tatsächlich noch Chancen, um Willet zumindest ins Stechen zu zwingen. Doch letztlich reichte es dann doch nicht ganz und ein sichtlich geschaffter Jordan Spieth musste sich am Ende geschlagen geben.

Wie kann das nun sein, dass die Nummer 2 der Welt, ein Weltklasse-Golfer also, auf einmal so einbricht? Vor ein paar Jahren mussten wir das bereits bei Rory McIlroy miterleben, der mit großem Vorsprung in die letzte Runde ging und auch völlig den Faden verlor.

So erklärt Spieth seinen Einbruch

Bemerkenswerterweise hatte Spieth bereits nach der Runde eine Erklärung für seinen Einbruch. Im Interview analysierte er, dass er nach den 4 Birdies in Folge dachte, dass er jetzt das Ganze ja nur noch „nach Hause“ bringen müsste. Somit wich er von seinem eigentlichen Spielplan ab und spielte eher defensiv, was nicht funktionierte. Er ließ sich außerdem zu sehr von den beiden Bogeys auf der 10 und der 11 runterziehen, anstatt einfach auf das Leaderboard zu schauen und es positiv zu sehen, dass er immer noch zwei Schläge Vorsprung hatte. Abgesehen davon, dass man ihm auch ansah, wie fertig er war, kommentierte er die Situation mit „yeah, that’s tough“.

Dass ein Spieler in seinem Alter bereits in der Lage ist kurz nach so einem Spiel das Ganze realistisch und zu analysieren, zeigt, was für ein großer Spieler er ist. Es ist davon auszugehen, dass dieses Turnier ihn nicht zurückwerfen wird – eher im Gegenteil – und wir hoffentlich noch viele Jahre in den Genuss seines tollen Spiels kommen dürfen.

Herzlichen Glückwunsch Denny Willet

Die Glückwünsche dieses Jahr gehen aber nun an Danny Willet, der das Grüne Jacket für seinen gerade mal ein paar Tage vorher geborenen Sohn gewann. Auch als er realisierte, dass er unerwartet plötzlich in Führung lag, blieb er nervenstark. Nicht zuletzt der zweite Schlag an der 18, der zugegebenermaßen auch mit ein bisschen Glück so nah an die Fahne sprang, zeigte seine Qualitäten als Champion.

Dieses Masters hat mal wieder gezeigt, dass es sich lohnt, niemals aufzugeben und immer an sich zu glauben. Und: dass es meistens nicht von Vorteil ist, eine defensive Strategie zu fahren. Das Masters hat erneut eine tolle Geschichte parat gehabt – wir freuen uns schon auf nächstes Jahr.

Faszination Masters – Turnier mit fadem Beigeschmack

Als mir eine Freundin vor ein paar Monaten erzählte, sie hat zwei Karten für das Masters Anfang April, da bin ich schier vor Neid geplatzt. Weiter berichtete sie, dass sie voraussichtlich auch die nächsten Jahre Zugriff auf zwei Karten haben wird. Erstmal meiner Sprache beraubt stotterte ich anschließend etwas davon, ob sie mich da vielleicht auch mal mitnehmen würde. Ihre Antwort lautete schlicht: „Tja, meine Liebe, die Liste derer ist schon sehr lang.“ Doch woher kommt diese Faszination? Warum ist es vermutlich mit einer der größten Wünsche eines Golfers, bei diesem Turnier einmal live dabei zu sein? Und hat das Turnier diesen Ruf auch verdient?

Wunderschöne Anlage

Zunächst lässt sich feststellen, dass Menschen häufig Dinge begehren, die exklusiv sind und die eben nicht jeder haben kann. Um ein Ticket für das Masters zu ergattern braucht man entweder gute Beziehungen, viel Geld oder einfach Glück. Aber diese Exklusivität alleine reicht nicht aus, um die Golfer aller Welt anzuziehen. Jedes Jahr zu Turnierbeginn präsentiert sich der Augusta National Golf Club in seiner schönsten Pracht: akkurat gepflanzte Azaleen, majestätische Bäume, wie mit der Nagelschere bearbeitete Fairways und Grüns und nicht zuletzt die Magnolia Lane machen diesen Golfplatz zu einem der schönsten der Welt.

Traditionen und Eigenheiten

Zudem gibt es viele weitere Traditionen und Eigenheiten, die dieses Turnier von den anderen abhebt. Sei es das Verbot auf dem Areal zu rennen (ein herrliches Bild, wenn morgens die ersten Zuschauer auf den Platz stürmen, um sich im Gänsemarschschritt die besten Plätze zu ergattern), das strikte Verbot Kameras und Handys mit auf den Platz zu bringen (was übrigens auch für Journalisten gilt) oder die Vorgabe, nur die eigenen Masters Klappstühle als Sitzgelegenheiten zu verwenden. Alle Caddies laufen im Einheitslook auf und tragen einen weißen Overall mit dem Namen des Spielers auf dem Rücken. Bekannt ist das Masters natürlich auch für sein Green Jacket. Strebt man bei anderen Turnieren nach einer Trophäe, ist es wohl der Traum eines jeden Profi-Golfers einmal das berühmte grüne Jacket überziehen zu dürfen (das Jacket wird für den Sieger im Anschluss an das maßgeschneidert. Ein Jahr darf er es mit nach Hause nehmen, dann wird es im Golfclub verwahrt.). All diese Punkte machen das Masters zusätzlich zu etwas Besonderem.

Kehrseite der Medaille

Doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Der Augusta National Golf Club ist wohl einer der exklusivsten Golfclubs der Welt und wird von manchen gar als Geheimbund bezeichnet. Eine Mitgliedschaft kann nicht erworben werden, man wird eingeladen. Entsprechend sind Geld und Macht ungeschriebene Voraussetzungen, ebenso wie Hautfarbe und Geschlecht. Einer der Gründer des Clubs, Clifford Roberts, soll gesagt haben: „Solange ich lebe, sind die Golfer in diesem Golfclub weiß und die Caddies schwarz.“
Erst 1990 wurde das erste schwarze Mitglied in die elitäre Gemeinschaft aufgenommen. Als Tiger Woods 1997 zum ersten Mal das Masters gewann, war man zudem gezwungen, auch das erste schwarze Ehrenmitglied willkommen zu heißen. Frauen blieb eine Mitgliedschaft jedoch viele weitere Jahre verwehrt. Selbst als eine Frau CEO bei Hauptsponsor IBM wurde, denen traditionell eigentlich eine Mitgliedschaft angeboten wurde, änderte dies zunächst nichts. Es soll gar Morddrohungen gegen Aktivistinnen gegeben haben, die für eine Aufnahme der Frauen und für Gleichberechtigung protestierten. Doch im Sommer 2012 war es dann letztlich soweit. Condoleezza Rice wurde als erste Frau in den erlauchten Kreis der Mitglieder aufgenommen. Dennoch scheint dies keine allgemeine Öffnung hin zu Toleranz und Weltoffenheit zu sein.

Großes Turnier mit fraglicher Ausstrahlung

Letztlich ist und bleibt das Masters das Turnier der Turniere für Profis und Golfbegeisterte weltweit. Auch spielerisch wird von den Profis bspw. im Amen Corner Höchstleistung gefordert, um am Ende an der Spitze zu stehen. Das Event scheint jedoch eine Veranstaltung eines elitären, exklusiven Kreises von Menschen zu sein, die lieber für sich bleiben und die in Sachen Toleranz, Fairness und Sportgeist nicht unbedingt mit gutem Beispiel vorangehen. Böse Zungen behaupten sogar, dass dieses Turnier nur veranstaltet wird, um sich mit TV-Rechten, Werbeverträgen und Merchandising die Kassen vollzuspülen.

Der fade Beigeschmack

Millionen von Zuschauern werden das Spektakel live vor den Fernsehbildschirmen verfolgen und ihrem Favoriten die Daumen drücken. Auch ich habe die Energy Drinks bereitgestellt und plane schon den ein oder anderen Coup, wie ich auf der Liste meiner Freundin weiter nach oben kommen. So groß die Vorfreude jedoch ist, es bleibt auch heute noch ein fader Beigeschmack oder wie wir im Badischen sagen, die ganze Sache hat „a Gschmäggle“.

P.S.: Für die Dauer des Masters haben wir ein spezielles Angebot. In Anlehnung an den letzten deutschen Turniersieger, Bernhard Langer im Jahre 1993, gibt es jedes grüne Shirt (und die lilafarbenen Pendants für die Frauen) bis Ende der Woche für nur 19,93 €. Jetzt shoppen.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/The_Masters_Tournament
http://www.stern.de/sport/sportwelt/golf-die-dunkle-seite-des-augusta-national-golf-club-3277064.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Augusta_National_Golf_Club
http://www.sueddeutsche.de/panorama/us-golfclub-augusta-national-oeffnet-sich-fuer-frauen-platzueberreife-1.1446772

Spektakel Matchplay

In Austin, Texas duelliert sich derzeit die Welt-Elite des Golf und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Dort findet noch bis Sonntag das World Golf Championships-Dell Matchplay statt, das einzige WGC, das nicht als Zählspiel ausgetragen wird. Hier geht es Mann gegen Mann.

Ich freue mich jedes Jahr auf dieses Turnier und verfolge es so gut es geht live im Fernsehen. Denn im Gegensatz zu den anderen Turnieren, bei denen ich persönlich die ersten beiden Tage meistens eher etwas langweilig finde, geht es hier vom ersten Spieltag an gleich richtig los. Es macht sogar zu Beginn des Turniers noch mehr Spaß einzuschalten, da hier Schlag auf Schlag Entscheidungen zu sehen sind. In diesem Spielmodus zeigt sich, wer wirkliche Nervenstärke besitzt. Selten werden in einem Turnier so viele kurze Putts vorbei geschoben, wie hier. Auch sieht man viel mehr außergewöhnliche Recovery-Versuche, da eben nicht jeder Schlag zählt, sondern nur der Lochgewinn. Am Besten finde ich daran jedoch, dass einem live vor Augen geführt wird, dass man nie aufgeben darf, dass man immer noch eine Chance

Das tollste Match, das ich da je gesehen habe, war Victor Dubuisson vs. Jason Day im Finale vor zwei Jahren. Dubuisson lag zwei Löcher zurück bei noch zwei zu spielenden Löcher und zwang Day noch in die Verlängerung. Im weiteren Verlauf waren sich Zuschauer und Reporter zwei Mal ziemlich sicher, dass Day nun die Nase vorne haben würde, nachdem der Franzose seine Schläge in die Kakteen verzog. Doch zwei Mal rettete er sich mit undenkbaren, eigentlich sogar unmöglichen Schlägen. Es war beeindruckend. Bewundernswert aber auch Jason Day, der sich davon nicht beirren ließ und letztlich dann doch den Sieg für sich verbuchen konnte.

In einem Ryder Cup Jahr ist dieses Turnier natürlich noch interessanter, gewährt es doch einen ersten Einblick in die aktuelle Stärke der Europäer und US Amerikaner. Ist es sonst z.T. verständlich, dass Golf nicht im Free-TV übertragen wird, gilt dies für Matchplay-Turniere nicht. Dies ist auch für jeden Nicht-Golfer, ohne dass er Ahnung von Pars, Birdies oder Bogeys haben muss, verständlich. Es gewinnt der das Loch, der weniger Schläge benötigt. Schluss aus. Mit der Übertragen eines solchen Turniers könnte es auch gelingen, mehr Fans für diesen tollen Sport zu gewinnen, so dass es uns dann vielleicht doch mal gelingt, den Ryder Cup nach Deutschland zu holen. Wobei wir uns aktuell ja leider schon freuen können, wenn überhaupt der Ryder Cup im Free-TV zu sehen ist.

Wer Sky Sport zu Hause hat, dem kann ich auf jeden Fall nur empfehlen, ab 21 Uhr heute und die nächsten Abende einzuschalten. Gerader wer sonst Golf eher langweilig findet, wird hier sicher eher auf seine Kosten kommen. Auch wenn nach der desaströßen 8&6-Niederlage von Martin Kaymer voraussichtlich kein Deutscher mehr in der Hauptrunde dabei sein wird. Einschalten lohnt sich!

Mehr Spannung für das Race to Dubai

Nach dem der Sieger des FedEx Cups ja schon ein paar Wochen feststeht, startet nun auch das europäische Saisonfinale mit der Final Series des Race to Dubai. Im Vergleich zum FedEx Cup kommt hier jedoch deutlich weniger Spannung auf. Rory McIlroy führt vor Sergio Garcia mit über 3 Millionen Punkten. Für jedes der 4 Turnier gibt es zwar noch einmal 1.666.600 Punkte für den jeweiligen Sieger, so dass es theoretisch natürlich noch möglich ist Rory einzuholen. Wenn der Nordire allerdings an einem der letzten 4 Turniere relativ erfolgreich teilnimmt, ist das Rennen im Prinzip bereits gelaufen.

Eine Neuerung in diesem Jahr ist zudem, dass die Spieler nicht verpflichtet sind, an einem weiteren Turnier, außer dem letzten in Dubai teilzunehmen. War im letzten Jahr noch eine Teilnahme bei mindestens zwei Turnieren vorab notwendig, kann McIlroy von der Couch aus zusehen, ob noch einmal Spannung aufkommen wird. Die Spieler begrüßen diese Änderung wohl, aber für uns Zuschauer geht da natürlich einiges an Spannung verloren.

Wenn die Punktevergabe des FedEx Cups meiner Meinung nach auch nicht ganz die Beste ist (siehe Beitrag (Un)Sinn des FedEx Cups ), bringt sie jedoch deutlich mehr Spannung ins Geschehen, als diese Final Series. Nach dem Ryder Cup ist jetzt sowieso fürs Zuschauen so ein bisschen die Luft raus, so dass es dann  noch schwerer fällt für ein eher langweiliges Finale beginnend in China zum Zuschauen früh aufzustehen oder das Sonntagsfrühstück vor dem Fernseher zu genießen. Da das Race to Dubai in Sachen Preisgeld dem FedEx Cup ohnehin hinterher hängt (was ich jetzt allerdings nicht unbedingt schlecht finde), könnte man durch eine spannendere Regelung deutlich mehr auf sich aufmerksam machen. Das käme auch den drei Austragungsorten in China, der Türkei und Dubai entgegen, da sie mit den Veranstaltungen Werbung für ihre Golfregion machen möchten. Und nicht zuletzt hilft es natürlich dem Sport selbst, sein Image als langweilige Sportart aufzupolieren – denn auch Zählspiel kann spannend sein.

Daher plädiere ich für: Mehr Spannung für das Finale des Race to Dubai! Wie seht ihr das?

 

FedExCup Playoffs – Wie der Kampf um 10 Mio USD abläuft

Am Wochenende geht es los – die letzten 4 Turniere, die Playoffs des FedExCups starten. Rory geht nach seinen letzten Ergebnissen klar als Favorit ins Rennen, von der Punkteverteilung her ist es aber noch ganz schön spannend und das bleibt es auch bis zum Schluss.

Doch der Reihe nach – vielleicht geht es Ihnen ja wie mir: ich bin einfach immer noch verwirrt, ob der vermeintlich merkwürdigen Punkteverteilung am Ende des FedExCups. Und die Sky Moderatoren konnten da bisher auch nicht wirklich Licht ins Dunkel bringen. Daher habe ich mich jetzt endlich mal schlau gemacht und erläutere hier, wie das System funktioniert, damit wir auch alle voller Spannung Martin Kaymer die Daumen drücken können.

Die ersten drei Playoff-Turniere

Beim ersten Playoff „The Barclays“ dürfen die besten 125 Spieler des FedExCups teilnehmen. Es gibt, wie von den meisten anderen Turnieren gewohnt, einen Cut: Die besten 70 Spieler und die geteilten Plätze dürfen am Wochenende noch mitspielen. Bei den Playoffs gibt es aber insgesamt deutlich mehr FedExCup Punkte, als man das von den anderen Turnieren gewohnt ist. Für einen Sieg erhält man hier 2500 Punkte, für einen Major Sieg im Vergleich z. B. nur 600. Das gleiche System gilt für das zweite Playoff Turnier „Deutsche Bank Championship“ mit dem Unterschied, dass hier nur noch die ersten 100 der FedExCup Rangliste teilnehmen dürfen. Die Teilnehmeranzahl reduziert sich für das dritte Turnier (BMW Championship) dann auf 70 Starter, so dass hier dann ein Cut nach 2 Runden entfällt.

Das Finale

Für das Finale „The TOUR Championship by Coca Cola“ qualifizieren sich dann die 30 besten Spieler der FedExCup Rangliste. Teilnehmen kann nach Punkte auch, wer nicht alle Playoffs mitgespielt hat. 1 Turnier darf man nach den Regularien auslassen, läuft aber natürlich Gefahr, dass man durch die deutlich höher erreichbare Punktezahl bei den Playoffs an Boden verliert.
Glücklicherweise wurde die Ausgangsposition für das letzte Turnier 2008 geändert. Früher konnte es passieren, dass bereits vorher schon der Sieger feststand (z. B. Vijay Singh 2008), da er an Punkten uneinholbar vorne lag. Jetzt werden alle bisher gesammelten Punkte gelöscht und jeder Spieler erhält nach seiner bisherigen Platzierung ein Startkontingent an Punkten. Der erste erhält 2.500 Punkte, der 30. und damit Letzte erhält 210 Punkte. So kann theoretisch jeder der 30 Spieler den FedExCup noch gewinnen. Das wird dann unter Umständen ein ganz schönes Gerechne, aber eindeutig ist: gewinnt einer der besten 5, dann hat er in jedem Fall den FedExCup und damit 10 Mio USD gewonnen (eine unfassbare Summe ’nur‘ fürs Golfspielen, aber das ist eine andere Diskussion).

Spannung theoretisch garantiert

Dadurch ist das letzte Turnier jetzt deutlich spannender geworden. Nichtsdestotrotz aber auch unübersichtlich, wenn plötzlich einer „von hinten“ das Feld aufrollt (statt einer von den besten 5, bei denen es eindeutig wäre). Dann geht die Rechnerei los. Umso wichtiger ist es daher, dass die Moderatoren hier einen Überblick bewahren und die Spannung für den Gesamtsieg nicht aus den Augen verlieren. Ich kann mich erinnern, dass ich – vor zwei Jahren glaube ich war es – parallel immer noch den FedExCup Live-Score auf dem Handy laufen hatte, da es einfach versäumt wurde, das Ganze vernünftig am Bildschirm rüberzubringen.

Appell an die Sky Golf Moderatoren

Daher hier mein Appell an die Sky Golf Moderatoren: Bitte haltet die FedExCup Standings im Auge und moderiert das Ganze dann auch entsprechend spannend, damit wir Zuschauer nicht selber noch die Ergebnisse auf anderen Kanälen im Auge behalten müssen. Golf wird ja sonst häufig nicht als spannend wahrgenommen, also nutzt die Chance, so dass die Zuschauer vor lauter Spannung auch noch bis mitten in die Nacht vor dem Fernseher ausharren. Danke 🙂

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/FedEx_Cup
http://www.pgatour.com/fedexcup.html

U.S. Open – Mit diesem Wissen glänzen

Heute starten die U.S. Open 2014 in Pinehurst. Als Golfer kennt man das zweite Major des Jahres, aber wie weit geht Ihr Wissen? Damit Sie am 19. Loch auch wirklich mitreden können, hier die wichtigsten Zahlen und Fakten:

Geschichte

Die United States Open Championships wurden erstmals 1895 in Newport, Rhode Island ausgetragen. Damals spielte man auf einem 9 Loch Platz lediglich 36 Löcher. Bei einem Teilnehmerfeld von 11 Spielern betrug das Preisgeld gerade einmal $150.

Den Durchbruch schafften die U.S. Open als sie 1954 das erste Mal live im Fernsehen übertragen wurden. 11 Jahre später wurde der heute bekannte Spielmodus eingeführt: über 4 Tage jeweils 18 Loch. Insgesamt findet in diesem Jahr die 114. U.S. Open statt.

Teilnehmerfeld

Die Zusammensetzung des Teilnehmerfelds der U.S. Open ist nicht ganz trivial. Von den anderen Majors unterscheidet sich insbesondere, dass viele Amateure die Chance erhalten, dieses prestigeträchtige Golfturnier mitzuspielen. Im Detail setzen sich die 156 Startplätze wie folgt zusammen:

  • Gewinner der U.S. Open der letzten 10 Jahre
  • Die 10 Bestplatzierten der letzten U.S. Open
  • Gewinner der anderen Majors der letzten 5 Jahre
  • Gewinner der The Players Championship der letzten 3 Jahre
  • Gewinner und Zweiter der U.S. Amateur Championship 2013
  • Gewinner der Amateur Championship (Europa) 2013
  • Gewinner des World Amateur Golfranking 2013
  • Gewinner der BMW PGA Championship 2014
  • Gewinner der U.S. Senior Open 2013
  • Die Top 60 der offiziellen Weltrangliste vom 26.05.2014
  • Die Top 60 der offiziellen Weltrangliste vom 9.06.2014
  • Die 30 Spieler, die sich 2013 für das letzte Turnier des FedEx Cup qualifizierten
  • Gewinner der Qualifikationsturniere in Japan, Europa und den USA

Quelle: Wikipedia

In diesem Jahr nehmen erstmals vier deutsche Teilnehmer an den U.S. Open teil: Martin Kaymer, Alex Cejka, Max Kieffer und Marcel Siem

Der Platz 2014

Pinehurst Golf Resort in Pinehurst, North Carolina verfügt über 8 18-Loch Golfplätze. Die U.S. Open findet auf dem 1907 eröffneten Course No. 2 statt – ein Par 70 Kurs designed by Donald Ross mit einer Länge von 6.915 Metern. Der Platz scheint es in diesem Jahr in sich zu haben. Bubba Watson: „…Manchmal wird man mit einem Bogey Schläge auf die Konkurrenz gut machen. …“ Nach den Einspielrunden waren sich die Pros einig, dass das Spiel um und auf den Grüns den Ausschlag geben wird. Die Worte „frustrierend“ (Jason Day), „unfreundlich“ (Bubba Watson) und „unerbittlich“ (Phil Mickelson) zeigen deutlich, dass mit den Grüns nicht zu spaßen ist.

Weitere Eindrücke ausgewählter Spieler auf golf.de
Zur Webseite von Pinehurst Golf Resort

Weitere Fakten

  • Titelverteidiger: Justin Rose.
  • Bester Siegerscore: Rory McIlroy mit 268 Schlägen 16 Schläge unter Par
  • Meiste Siege: Nein, nicht Tiger Woods, der „nur“ 3 Siege erringen konnte. 4 Siege haben Willie Anderson, Bobby Jones Jr., Ben Hogan und Jack Nicklaus auf dem Konto
  • Der einzige Qualifikant der je die U.S. Open gewinnen konnte: Orville Moody
  • Beste Platzierung von Martin Kaymer: Achter
  • Preisgeld: 8.000.000 US Dollar
  • Siegerpreisgeld: 1.440.000 US Dollar

Kurioses

  • Die Europäer hatten bei diesem Turnier eine lange Durststrecke: 40 Jahre lang konnte kein Europäer mehr gewinnen, bis Graeme McDowell die europäischen Golffans 2010 endlich erlöste.
  • Am häufigsten auf Platz 2 landete Phil Mickelson (6 Mal), der die U.S. Open bisher noch nicht gewinnen konnte.